Interview

Was ist das eigentlich, ein Palliativ Pflegedienst?
Interview mit der Pflegedienstleitung der Diakoniestation Leichlingen und Witzhelden 

Immer häufiger liest man davon in der Zeitung oder hört davon in Rundfunk und Fernsehen. Auch auf den Fahrzeugen der Diakoniestation Leichlingen und Witzhelden kann man es lesen: „Palliativ Pflegedienst“. Aber was ist das eigentlich? Was verbirgt sich hinter diesem Begriff?

Um hier Klarheit zu bekommen, haben wir jemanden gefragt, der es wissen muss: Schwester Edith Schmitz, die Pflegedienstleitung der Diakoniestation in Leichlingen, die schon vor einigen Jahren als erster ambulanter Pflegedienst im Kirchenkreis Leverkusen die offizielle Anerkennung als Palliativ Pflegedienst erhalten hat.

 

Interviewer: Frau Schmitz, immer wieder begegnen wir dem Begriff, aber kaum jemand weiß worum es dabei geht. Was ist eigentlich ein palliativ Pflegedienst?

Edith Schmitz: Eine Frage die sich nicht so einfach beantworten lässt. Ein palliativer Pflegedienst hat speziell ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Palliativmedizin, einem Aufgabengebiet, in dem es um die Versorgung von Menschen mit zum Tode führenden Erkrankungen geht. Oft handelt es sich hierbei um Krebserkrankungen.

Interviewer: Aber was unterscheidet sie von anderen Pflegediensten?

Edith Schmitz: Dadurch, dass wir einem Palliativ Care Team angehören, arbeiten wir Hand in Hand mit den qualifizierten Palliativärzten, die genau wie wir 24 Stunden erreichbar sind. Es wird ein Behandlungsplan mit dem Patienten aufgestellt, in dem im Voraus die zu erwartenden Symptome aufgezeigt werden. Mit den Patienten und Angehörigen wird die dann durchzuführende Behandlung besprochen, so dass Notfälle und Krankenhauseinweisungen vermieden werden können.

Interviewer: Besteht für die Betroffenen den noch eine Möglichkeit auf Heilung?

Edith Schmitz: Nein, solche Erkrankungen kann man nicht mehr heilen. Man kann aber das Sterben schmerzfrei gestalten und zum Beispiel dafür sorgen, dass die oder der Betroffene nicht erstickt.

Interviewer: Wie viele Menschen konnten denn zum Beispiel im letzten Jahr von Ihnen mit dieser besonderen Pflege unterstützt werden?

Edith Schmitz: Nun, durch die Zusammenarbeit mit den Palliativärzten und die Information der Angehörigen konnte es im Jahr 2013 neunundzwanzig Menschen in Leichlingen ermöglicht werden, zuhause zu sterben. Und wir konnten die Angehörigen dabei unterstützen, diesen letzten Wunsch Ihrer Lieben zu erfüllen. Diese Erkrankten wären sonst sehr wahrscheinlich in einer stationären Einrichtung verstorben.

Interviewer: Das ist ja ein sehr positives Ergebnis, aber diese Versorgung ist doch bestimmt sehr teuer. Kann sich ein Normalverdiener denn überhaupt diese Form der Versorgung leisten?

Edith Schmitz: Die Finanzierung ist normalerweise kein Problem. Die Kosten für diese intensive Versorgung übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Interviewer: Frau Schmitz, Sie erwähnten zu Beginn unseres Gespräches, dass Sie für die Palliativ-Pflege besonders ausgebildetes Personal haben. Wie sieht es denn mit dieser Ausbildung aus, wird diese zusätzliche Qualifikation des Personals auch über die Krankenkasse oder andere öffentliche Kassen finanziert?

Edith Schmitz: Nein, diese Kosten werden von keiner Kasse übernommen. Die Ausbildungskosten von ca. 70.000,00 € für unsere nun schon 12 speziell ausgebildeten Mitarbeitenden sind allein aus Mitteln der Diakoniestation Leichlingen und Witzhelden und aus Spenden aufgebracht worden. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch ein wenig dafür werben, dass dieser wertvolle aber auch schwere Bereich unserer Arbeit durch Spenden weiterhin unterstützt wird. Hierüber würden wir uns sehr freuen.
Unser Spendenkonto:   

Kontonummer: 10 11 693 020
Bankleitzahl: 350 601 90 (KD-Bank Dortmund )
BIC: GENODED1DKD
IBAN: DE76350601901011693020
Verwendungszweck: Palliative Pflege.


Wenn jemand noch weitere Fragen zu dem Thema hat, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung,
Tel.: 02175-890780

Interviewer: Vielen Dank, Frau Schmitz, dass Sie uns etwas über Ihren Palliativ Pflegedienst berichtet haben. Es zeigt uns auch, dass wir uns in Leichlingen glücklich schätzen können, einen solchen Pflegedienst hier vor Ort zu haben. Ich wünsche Ihnen und Ihrem gesamten Team alles Gute und dass Sie Ihren Dienst für die Bürgerinnen und Bürger in Leichlingen noch sehr, sehr lange so erfolgreich hier in Leichlingen verrichten können.